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KROATIEN
Kroatiens Handball Nationalteam bewegt sich seit Gründung Kroatiens konstant auf höchstem Niveau der internationalen Handball Bühne. Der einzige Bewerb, den sie verpassten, waren die Olympischen Spiele in Sydney 2000. Kroatien hat zweimal Olympisches Gold gewonnen, drei Silber- und eine Goldmedaille bei Weltmeisterschaften und ein Mal Silber und ein Mal Bronze bei Europameisterschaften. Die kroatischen Fans in Österreich können sich sicher sein: die Kroaten wollen den Titel, als Revanche für das Abschneiden bei der Heim-WM 2009 und das Finale der Euro 2008, das sie gegen Dänemark verloren haben.


Es geht kaum effizienter: trotz der relativ kurzen Geschichte des kroatischen Teams stehen bereits einige signifikante Ergebnisse zu Buche. In den 1990igern erzielten sie bei der Europameisterschaft 1994 den dritten Platz und im Jahr 1995 bei der Weltmeisterschaft den zweiten Platz, gefolgt von der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta. 2004 wurden sie bei der Europameisterschaft nur Vierte, gewannen aber erneut Olympisches Gold – in diesem Olympischen Turnier haben sie kein einziges Spiel verloren. 2008 verloren sie das Finale der Europameisterschaft gegen Dänemark. Bei der Heim-WM 2009 verloren sie im Finale – nach zuvor neun Siegen in Folge - gegen Frankreich und holten Silber. Der Aufstieg der jetzigen Generation begann bei der Europameisterschaft 2002 in Schweden. Das Team beendete das Turnier als 16. und somit als Letzter, aber sie lernten daraus. Nur ein Jahr später gewannen sie Gold bei der WM in Portugal 2003. Alles Weitere ist im Grunde nur die Fortführung einer großartigen Geschichte, in der das Ansehen des kroatischen Handballs stetig anwuchs. Die kroatische Handball-Jugend garantiert schon heute, dass diese Geschichte weitergehen wird. Lino Cervar führt dieses Team an und die “Stars” der Mannschaft sind Ivano Balic, einer der besten Handballspieler der Welt, der unvergleichbare Kapitän Peter Metlicic und ‘der’ Handball Kreisläufer ohne Limits Igor Vori, Domagoj Duvnjak und der rechte Flügel Ivan Cupic, der zweifelsohne das Ass der WM gewesen ist, vor allem den Ergebnissen nach zu urteilen.


UNGARN
Ungarn hat bereits an 16 Weltmeisterschaften teilgenommen und erreichte bisher einmal eine Medaille (Vizeweltmeister 1986) und erreichte ein Mal (1997) das Halbfinale. Seit 1998 war das ungarische Team bei einer Europameisterschaft nie besser als Achter und dennoch steht Handball in Ungarn hoch im Kurs, was insbesondere auf die guten Vereine, vor allem aber auch auf die Damen Nationalmannschaft zurückzuführen ist, denn diese sind, anders als die Herren, erfolgreicher denn je.


Ungarn verfügt über eine traditionell verankerte Affinität zum Handball. Bisher hat die ungarische Nationalmannschaft 16 Mal an Weltmeisterschaften teilgenommen und bei großen Turnieren bisher immer einen guten Eindruck hinterlassen: sie gewinnen ab und zu gegen die Favoriten, aber der letzte Schritt zum Erreichen eines internationalen Titels hat (mit Ausnahme der Silbermedaille bei der WM 1986) bisher gefehlt. Österreichs Nationalcoach Dagur Sigurdsson: “Dieses Weltklasseteam verfügt über einige sehr gute Spieler, insbesondere im Rückraum. Ein starkes Team, das schwer zu schlagen ist.“ Bei der EM 2008 in Norwegen wurde das ungarische Team 8., bei der WM in Kroatien 2009 6., geschlagen von der deutschen Nationalmannschaft.


Das Herzstück der ungarischen Mannschaft ist der starke Rückraum mit dem 2,09m großen Spieler László Nagy, der bereits seit der Weltmeisterschaft 1999 zur ungarischen Nationalmannschaft gehört und sowohl in der Offensive als auch in der Verteidigung hervorragend spielt. Ungarn kann sich glücklich schätzen, hervorragende Torhüter zur Verfügung zu haben: obwohl Nenad Puljezevic seine Karriere in der ungarischen Nationalmannschaft nach der WM 2009 beendete, kann sich das Team auf Nándor Fazekas verlassen (41% Quote während der vergangenen Weltmeisterschaft in Kroatien), der erst kürzlich mit dem VfL Gummersbach den Cup Winners Cup gewann. Er ist inwzischen nach Ungarn (zu Veszprém) zurückgekehrt. Balázs Laluska, der in der spanischen Liga bei Leon gespielt hat und inzwischen nach Szeged zurückgekehrt ist, zählt zu den Spielern, die aus dem Rückraum heraus ein Tor erzielen können. Ein weiterer Garant-Schütze ist Ferenc Ilyés vom TBV Lemgo. Die ungarischen Damen standen im letzten Jahrzehnt stärker im Mittelpunkt als die ungarische Herrenmannschaft. Im Grunde stehen die männlichen Spiele im Schatten der erfolgreichen Frauen, die sowohl auf Vereinsebene, wie auch bei internationalen Turnieren zahlreiche Titel und Medaillen sammelten. Aber die Männer holen sichtlich auf, insbesondere, da es inzwischen zwei Vereine geschafft haben, europäische Spitzenklasse zu erreichen (Pick Szeged und MKB Veszprém). Von daher ist es wenig überraschend, dass viele internationale Spieler bei einem dieser Vereine unterschrieben haben.


POLEN
Während der Weltmeisterschaft 2007 in Deutschland kehrte Polen in die internationale Handball-Weltspitze zurück: eine Generation wie in den goldenen Zeiten, die WM-Bronze und Silber bei Olympischen Spielen gewannen. Dieses Jahr gewannen die Polen in Kroatien WM-Bronze.


Polen ist während der WM 2007 wie Phoenix aus der Asche wieder auferstanden und gewann die Silber-Medaille nach vielen Jahren der Zweitklassigkeit. Die Hauptgründe für den Erfolg sind sowohl die Rolle des Trainers Bogdan Wenta als auch die Tatsache, dass die polnischen Spieler durch ihre internationalen Erfahrungen in der deutschen Bundesliga das Spielniveau halten konnten.
Es dauerte 25 Jahre, bis Polen wieder eine Medaille gewinnen konnte, 28 Jahre bis zur Rückkehr auf die Olympische Bühne. Sie waren ‚die’ angenehme Überraschung der WM in Deutschland 2007, in der sie von der deutschen Nationalmannschaft im Finale geschlagen wurden. Das polnische Team ist sehr stark als Team und besticht durch extrem gute Individualisten: Mit Karol Bielecky haben sie einen großartigen Werfer, Gregorz Tkaczyk ist ein unglaublich wertvoller ‚Universalspieler’, der große Meister des rechten Flügels ist Marius Jurasik. Hinzu kommen noch die Brüder Krisztof und Marcin Lijewski aus Hamburg sowie Bundesliga Kreisläufer Bartosz Jurecki.


ÖSTERREICH
Österreichs Team ist die wohl größte Unbekannte bei der EURO 2010 und für die Gegner schwer einzuschätzen: Zum einen ist es erst die erste Teilnahme des österreichischen Herren Nationalteams bei einer Europameisterschaft, zum anderen verfügt das Team über großartige Einzelspieler und hat in den letzten zwei Jahren bei Testspielen für die eine oder andere Überraschung gesorgt. Österreichs Ziel für die EURO 2010 ist klar: mit großer Unterstützung des Publikums will das Team des isländischen Trainers Dagur Sigurdsson zumindest die Hauptrunde erreichen.


Der Countdown für das österreichische Nationalteam für die EURO 2010 hat begonnen lange bevor für die europäischen Teams die Qualifikation gestartet ist. Im Februar 2008 hat der frühere Olympionike Dagur Sigurdsson das Team als Nationaltrainer übernommen und einen Ruck in die Mannschaft gebracht. Im letzten Jahr war dieser Fortschritt im Team deutlich spürbar und mit jedem Testspiel steigt nicht nur die Performance des Teams, sondern auch der Enthusiasmus bei Mannschaft und Fans. Konrad Wilczynski, Torschützenkönig der deutschen Bundesliga 2008: „Ein Großereignis wie dieses ist für jeden Sportler das Highlight, speziell wenn die EM im eigenen Land stattfindet. Die Aufmerksamkeit ist bereits hoch und es ist eine großartige Chance für jeden österreichischen Handballspieler, auf dieser internationalen Bühne auf sich aufmerksam zu machen. Ich hoffe, dass durch die EM die Bedeutung des Handballs in Österreich steigt und ich bin zu hundert Prozent davon überzeugt, dass der Funke von uns auf das Publikum überspringt.“ Die Performance des Teams bei den Vier-Nationenturnieren in den letzten eineinhalb Jahren hat in Europa für Aufmerksamkeit gesorgt: in den letzten 18 Monaten hat das österreichische Team unter anderem Weltmeister Deutschland, den mehrfachen Afrika-Meister Tunesien, WM-Teilnehmer Mazedonien, Slowenien, die Niederlande oder Ungarn besiegt. Kapitän Viktor Szilagyi: „Wir befinden uns auf dem Endspurt. Es wartet noch sehr viel Arbeit auf uns. Die Leistung des Teams wird 2010 passen. Das Publikum wird eine Mannschaft sehen, die sich zerreißt. Das werden die Fans hoffentlich honorieren.“


In den letzten Jahren scheiterte das Herren Nationalteam oftmals am fehlenden Glück und konnte sich nicht für ein großes Internationales Turnier qualifizieren: die letzte Teilnahme bei einer WM liegt bereits 16 Jahre zurück (1993, Schweden). Im Jahr 2005 fehlte dem Team für die Qualifikation für die Europameisterschaft in der Schweiz gegen die Slowakei nur ein einziges Tor. Für die österreichischen Damen läuft es seit Jahren wesentlich besser: Kürzlich haben sie sich zum 19. Mal in Folge für eine WM oder EM qualifiziert, die Weltmeisterschaften in China im Dezember. 1966 hat Österreich die Bronze Medaille bei der Feldhandball-WM gewonnen, 1992 war Österreich Ausrichter der B-WM, gewann Silber hinter Norwegen – eine WM, die damals eine wahre Handball-Euphorie im Land ausgelöst hat. 1995 veranstaltete man gemeinsam mit Ungarn die Damen-WM.


Die Legionäre sind das Herz des Nationalteams: Rückraumspieler und Regisseur Viktor Szilagyi gehört zu den erfolgreichsten Ballsportlern des Landes, Flügelspieler Konrad Wilczynski ist Rekordtorschütze bei den Füchsen Berlin, die deutsche Legionärsreihe wird mit Kreisläufer Patrick Fölser (HSG Düsseldorf), Verteidigungsspezialist Max Wagesreiter, Aufbauspieler Mare Hojc und Tormann Nikola Marinovic (alle drei HBW Balingen Weilstetten) komplettiert. Ein Großteil des Teams setzt sich aus Spielern des mehrfachen Meisters A1 Bregenz, den AON Fivers oder Alpla Hard zusammen.



euro2010.at